|
IRAN 90% aller persischen Teppiche wurden und werden von Frauen zu Hause geknüpft, um die Haushaltskasse aufzubessern. Bei Nomaden und im Dorf besorgt die Frau den Haushalt, kümmert sich um die Kinder und knüpft Teppiche, die dann auf dem Markt verkauft werden. Die Männer hüten das Vieh und besorgen die Landwirtschaft. Diese Ordnung verändert sich allmählich. Dorfbewohner ziehen in die Städte, um dort Arbeit zu suchen, und die Städte wachsen ins Land hinaus. Auf landwirtschaftlichem Boden werden Fabriken errichtet, und auch die Landwirtschaft industrialisiert sich. Die Kultur der Nomaden verschwindet allmählich, wenn diese sesshaft werden. Dazu tragen auch gute Weidegründe bei, die einen Wechsel des Standorts überflüssig machen. So werden sie zu einer Art von sesshaften Nomaden oder Halbnomaden. Heute benutzen die Nomaden Jeeps und Motorräder als Transportmittel, früher waren es Esel und Kamele. Bereits heute sind Nomadenteppiche eine Mangelware, die immer seltener wird. Unsere Einkäufer konnten früher pro Einkaufsbesuch mühelos Hunderte von Nomadenteppichen zusammenbringen. Heute muss man sich anstrengen, einen einzigen Nomadenteppich zu finden! Der Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage hat in letzter Zeit zu Preissteigerungen von bis zu 500% bei persischen Teppichen geführt. Dies gilt auch für persische Atelierteppiche. Persische Teppiche sind trotzdem noch relativ billig, und zwar aus zwei Gründen: 1. Sie werden von Frauen zu Hause als Hobbyarbeit gefertigt, d.h. die Arbeitszeit schlägt sich nicht im Preis nieder (so wie dies z.B. früher auch bei der skandinavischen Landbevölkerung der Fall war). 2. Dazu kommt der gesunkene Wert der iranischen Währung (Rial), der den Preisanstieg bei westlichen Währungen weniger merkbar macht.
|